Leishmaniose

Die Leishmaniose ist eine weitere klassische „Reisekrankheit“ bei Hunden. Leishmaniose wird durch den Stich von Sandmücken übertragen, die in Gegenden verbreitet sind, wo die Temperatur nicht unter zehn Grad Celsius fällt: alle Subtropen und Tropen in Europa, Asien und Amerika. In Europa sind sie dabei vor allem im Mittelmeerraum anzutreffen. Seit etwa zehn Jahren nachgewiesen ist auch das Vorkommen einer Unterart der Leishmania in Österreich und Deutschland (Gebiet des Oberrheintals mit Köln als nördlicher Grenze).
Eine direkte Infektion von Hund zu Hund oder von Hund zu Mensch ist noch nicht berichtet worden. Theoretisch ist sie aber möglich, wenn Blut des infizierten Tieres in eine offene Wunde eines anderen Tieres oder eines Menschen gerät. Eine direkte Leishmaniose-Infektion von ungeborenen Jungtieren über die Planzenta der Mutter kann vorkommen, muss aber nicht. In einem Wurf kommen häufig infizierte und nicht-infizierte Jungtiere vor.
Die Inkubationszeit der Leishmaniose beim Hund beträgt mindestens zwei Monate. Hat das Tier ein gutes Abwehrsystem, können die Erreger allerdings auch über Jahre vollkommen unentdeckt im Organismus des Hundes vorkommen, ohne dass die Krankheit je ausbricht. Dies führt dazu, dass die Leishmaniose häufig nicht erkannt wird. Auch bei Hunden aus der Mittelmeerregion muss die Leishmaniose nicht immer offen ausbrechen, obwohl die Rate der akuten Erkrankungen gerade bei Streunern sehr hoch ist. Ein aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland geholter Hund sollte immer auf eine Leishmaniose getestet werden. Die Infektionsrate bei Hunden aus dem Mittelmeerraum beträgt im Durchschnitt etwa 20 Prozent der Population, auf Sizilien bis zu 80 Prozent.
Leishmaniose beim Hund kann durch einen Bluttest oder einen Gewebetest (aus Knochenmark oder Lymphknoten) nachgewiesen werden. Da der Bluttest in den letzten Jahren zunehmend falsch ausfiel (gesunde Hunde wurden als krank eingestuft – kranke Tiere als gesund), wird heutzutage zur doppelten Untersuchung der Blutprobe und einer anschließenden Untersuchung des Gewebes geraten, um sicherzugehen.
In den meisten Fällen ist es nicht möglich, den Hund vollständig zu heilen, da die Leishmaniose-Erreger sich in den Zellen des Wirtes fest einnisten. Oft kann der Hund aber vollkommen beschwerdefrei leben. Vorraussetzung dafür ist, dass noch keine Schädigungen an den Organen vorliegen.
Symptome der Leishmaniose

Kurz und Knapp
Fachname: Leishmaniose
Umgangssprachlicher Name: -
Überträger: Sandmücken
Auslöser: Erreger der Gattung Leishmania, vor allem Unterarten des Stammes Leishmania infantum
Vorkommen: Alle Kontinente außer Australien in warmen bis heißen Gebieten. In Europa im Mittelmeerraum vorkommend.
Symptome:
Körperlich: sehr unterschiedlich! Offene Wundstellen am Körper, insb. am Kopf und an/in den Augen, Ausfransen der Ohrenränder, Haarausfall, Nasenbluten, Durchfall
Psychisch: Allgemeine Müdigkeit und Lustlosigkeit.
Ernährung: Fressunlust; anfangs milder, später rapider Gewichtsverlust
Befällt: Menschen und Haustiere, v.a. Hunde
Behandlung: Tierarzt