Hepatozoonose
Die Hepatozoonose wird nicht durch den Stich übertragen, sondern durch den Verzehr der Zecke. Durch Zerbeißen, Fressen oder versehentliches Verschlucken gelangen die Zecken in den Darmtrakt des Hundes oder der Katze. Dies passiert primär, wenn Hund oder Katze ein Beutetier fressen, das von der Zecke befallen ist (z.B. Mäuse) oder bei der eigenen oder der gegenseitigen Fellpflege. Im Darm von Hund oder Katze wird die Zecke verdaut und der Erreger der Hepatozoonose freigesetzt. Eine Übertragung der Hepatozoonose durch einen Zeckenbiss ist nicht möglich.
Die Übertragung der Hepatozoonose geschieht primär durch die Braune Hundezecke. Die Hepatozoonose ist eine häufige Krankheit von Hunden und Katzen aus der Mittelmeerregion und eine typische Urlaubskrankheit von Tieren, die dorthin mitgenommen wurden. Es besteht keine Ansteckungsgefahr von erkrankten Tieren zu gesunden Tieren oder von Tier zu Mensch. Bei trächtigen Hündinnen bzw. Katzen kann es zu einer Übertragung des Erregers auf die ungeborenen Jungtiere kommen.
Mehr als die Hälfte aller Hunde mit Hepatozoonose zeigen keinerlei Symptomatik. Für Katzen liegt keine Statistik vor, es ist aber davon auszugehen, dass die Rate von asymptomatischen Krankheitsfällen ähnlich oder sogar höher ist.
Symptome der Hepatozoonose
Die Symptome für eine Hepatozoonose sind vor allem bei Hunden und Katzen mit schwachem Immunsystem und bei Welpen bzw. Kitten stark ausgeprägt. Im Verlauf der Krankheit befällt die Hepatozoonose die innere Organen, das Lymphsystem, das zentrale Nervensystem, die Muskulatur und das Knochenmark. Symptome für eine Hepatozoonose sind in der ersten Phase Fieberschübe, Schwellungen der Lymphknoten sowie von Milz und Leber, blasse Schleimhäute (Anämie), blutige Durchfälle und Erbrechen. Die Tiere verweigern häufig das Futter und zeigen Schwierigkeiten bei der Bewegungskoordination, lahmen oder schwanken. Sie haben oftmals Muskelschmerzen und versuchen Bewegung zu vermeiden. Befallene Muskeln, Organe und Lymphknoten schmerzen bei Berührung.
Im späteren Verlauf werden die muskulären Beschweren oft heftiger, es kommt zu Muskelschwund oder Muskelwucherungen. Von Hepatozoonose befallene Tiere zeigen daher oft einen steifen oder unsicheren Gang. Durch die Veränderung von Muskelgewebe und Knochenmark kommt es oft bei noch wachsenden Jungtieren es zu Reaktionen bzw. Verformungen der Knochen. Verläuft die Krankheit sehr schwer, kann es zu nervösen Störungen wie Epilepsie oder psychischen Störungen wie grundloses aggressives Verhalten kommen.
Hepatozoonose kann mit einem Bluttest oder einer Gewebeprobe im Labor diagnostiziert werden. Bei einigen wenigen Hunden kann (vor allem bei früher Diagnose und Therapiebeginn) die Hepatozoonose geheilt werden. Hat sich der Erreger festgesetzt, ist er aber nicht mehr aus dem Gewebe entfernbar. Durch Antiprotozoika kann die Anzahl der Hepatozoen im Körper des Tieres reduziert werden. Gegen die Muskelschmerzen helfen entzündungshemmende Medikamente. Ein gesundes, starkes Immunsystem schützt infizierte Tiere vor einem Ausbruch der Krankheitssymptome.
Kurz und Knapp
Fachname: Hepatozoonose
Umgangssprachlicher Name: -
Überträger: Zecken ([Braune Hundezecke]) durch Zerbeißen, Fressen oder versehentliches Verschlucken
Auslöser: Hepatozoon canis
Vorkommen: Mittelmeerraum, selten auch in Mitteleuropa.
Symptome:
Körperlich: Fieberschübe, Schwellung der Lymphknoten. Blasse Schleimhäute (Anämie). Blutige Durchfälle, Muskelentzündungen, Muskelschwund, Schmerzen bei Berührung, steifer oder unsicherer Gang. Bei noch wachsenden Jungtieren kommt es zu Reaktionen oder Verformungen der Knochen.
Psychisch: Allgemeine Mattigkeit
Ernährung: Fressunlust, Gewichtsverlust
Befällt: Hunde und Katzen
Behandlung: Tierarzt
